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Eliassons öffentliches Kunstwerk Earth Speakr entsteht anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen in Europa. Ihre Botschaften werden in den sozialen Medien unter dem Hashtag #ListenToTheFuture verbreitet. Regierungen und Erwachsene sind eingeladen, darauf zu reagieren.

Olafur Eliasson, Künstler:

Der Weltkindertag erinnert uns alle daran, den Kindern – auch durch unser Handeln – zu zeigen, dass ihre unprätentiösen Ansichten bei der Gestaltung unserer Zukunft überaus berechtigt und dringend notwendig sind. Sie müssen unsere Zukunft mitgestalten. Deshalb bitte ich Politikerinnen, Politiker und andere Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, sich dafür einzusetzen, dass die VN-Kinderrechtskonvention und damit das Recht der Kinder, gehört zu werden, auch wirklich in die Tat umgesetzt wird – nicht nur heute, sondern immer. 

Seit Earth Speakr im Juli an den Start ging, haben sich 250 000 Menschen daran beteiligt. Eliasson hat dieses vielseitige Kunstwerk – zu dem eine App und eine Website in 25 europäischen Sprachen ebenso gehören wie beispielsweise Gesichtsausdruck und Stimme der Teilnehmenden – begonnen, um den Hoffnungen und Sorgen der Kinder in Bezug auf den Klimawandel Gehör zu verschaffen; er fördert damit den generationenübergreifenden Austausch in Europa und darüber hinaus. Das Kunstwerk ist zentraler Bestandteil des Kulturprogramms der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020, deren Ziel es ist, die europäische Öffentlichkeit zu stärken.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier:

Earth Speakr ist das Kunstwerk eines großartigen Künstlers, Olafur Eliasson. Er macht seine Kunst zum Sprachrohr für Kinder und Jugendliche aus ganz Europa. Ihre Ideen, Vorschläge und Erwartungen werden mit diesem Kunstwerk in die Welt hinaus getragen. Das ist sehr wertvoll, denn der Jugend gehört die Zukunft – ihnen müssen wir zuhören. Und ich möchte möglichst viele Kinder und Jugendliche zum Mitmachen ermutigen. Jede Stimme bereichert dieses besondere Projekt zur Zukunft unserer Erde.

Kinder aus mehr als 70 Ländern – Tendenz steigend – beteiligen sich an dem Kunstwerk, indem sie ihre Ansichten in ihrer Muttersprache über die App in Augmented Reality teilen. Die Videobotschaften richten sich an Erwachsene, aber auch an andere Kinder – mit Lösungen und Ideen, aber auch mit Frust:

Eine Spielzeugeisenbahn aus dem Ort Langenbach:

Hey! Fahrt ihr öfters mal [mit dem] Zug? Das würde mich sehr freuen! Meine Freunde natürlich auch, also die anderen Züge. Ich meine, wenn ihr oft Auto fahrt, ist das doch viel schlimmer für die Umwelt, wegen der CO2-Auspestung. Wenn ihr Zug fahrt, wäre das doch viel besser für alle! Also, macht mit und fahrt mal mehr Zug! 

Ein Müllschlucker im rumänischen Bukarest

Bitte schmeißt nicht allen möglichen Müll in mich rein! Benutzt die Recyclingtonne für Plastik und die Biotonne für Lebensmittelreste! 

Kindernachrichten aus 27 EU-Staaten (English only)

In Zusammenarbeit mit deutschen Auslandsvertretungen und Goethe-Instituten hat Earth Speakr EU‑weit mehr als 100 Begegnungen und digitale Veranstaltungen ausgerichtet, bei denen Kinder an den deutschen Vertretungen Politikerinnen und Politiker treffen und mit ihnen über ihre Ansichten diskutieren konnten. Ein solches Treffen fand beispielsweise mit dem rumänischen Präsidenten Klaus Johannis in Bukarest statt. Teilnehmende Kinder stellten das Kunstwerk auch Staatsministerin Michelle Müntefering im Auswärtigen Amt vor. Bei einem Treffen mit Frank-Walter Steinmeier hatte Olafur Eliasson Gelegenheit, dem Bundespräsidenten Earth-Speakr-Botschaften vorzustellen, mit ihm darüber zu sprechen und mehr politisch Verantwortliche zur Teilnahme zu ermuntern. Während der gesamten Laufzeit des Projekts werden Earth-Speakr-Botschaften von Kindern außerdem an zahlreichen öffentlichen Orten ausgestrahlt, etwa im Europäischen Parlament, im Justus-Lipsius-Gebäude und im Europa-Gebäude in Brüssel sowie in Berlin im öffentlich zugänglichen Lichthof des Auswärtigen Amts.